Variations on Variations nach John Cage

16. Januar 2009 / Freitag / 20 h
Alte Feuerwache / Melchiostr. 3 / Köln
Eintritt: 10/7 EUR


Tobias Grewenig, Volker Hennes, Joker Nies, hans w. koch
Live-Elektronik

Matthias Neuenhofer
Experimentalfilm

Peter Behrendsen
Leitung und Klangregie

Eine audio-visuelle Performance für experimentelle Live-Elektronik mit einer mehrkanaligen, raumbezogenen Lautsprecherkonstellation plus Experimentalfilm, die an Ideen von John Cage anknüpft. Sowohl die auditiven als auch die visuellen Parts werden in Echtzeit generiert, d.h. nicht von Speichermedien abgespielt; es gibt keine vorgegebenen Beziehungen zwischen Bild und Ton. Ein mehrdimensionales Klang- und Film-Environment, das im Moment entsteht und sich permanent verändert.

Anknüpfungspunkt ist die Variations-Reihe von John Cage (Variations I-VIII), dies sind im Hinblick auf ihre Realisierung offene Partituren, die er in den 60er bis 70er Jahren konzipierte. In Variations on Variations werden Lautsprecher- bzw. Raumkonstellationen thematisiert, d.h. die Verteilung und Zuordnung mehrerer Schallquellen auf viele in einem Raum verteilte Lautsprechergruppen wechselt ständig. Diese Veränderungen werden nach einer mit dem chinesischen Orakel, I Ching, erstellten Spielpartitur zeitlich strukturiert. Ähnlich wird auch die Zeitstruktur der Spieler ausgearbeitet und so im Vorhinein in einer Spielpartitur festgelegt, wann und wie lange jeder spielt oder über welche Lautsprecher seine Klänge in den Raum projiziert werden. Ebenso werden Matthias Neuenhofers Experimentalfilme in Echtzeit generiert.

Beim Konzept für diese Werkreihe hatte Cage stets seinen idealen Interpreten David Tudor im Kopf, der imstande war, aus den geringsten Vorgaben interessante Aufführungsversionen zu realisieren. David Tudor liebte Puzzles, und die Partitur besteht aus Halbkreisen, Dreiecken und anderen graphischen Formen, die aus Transparentfolie ausgeschnitten werden, und mit denen durch aus Zufallswürfen resultierenden Konstellationen der einzelnen Teile eine Spielpartitur erstellt wird – auch eine Art Puzzle.

Die Anzahl der Interpreten ist beliebig, diese Version wird von vier bekannten Musikern/Komponisten der Kölner Live-Elektronik-Szene gespielt; der fünfte Ausführende steuert die Raumprojektion. Dauer des Konzerts: ein bis zwei Stunden ohne Pause. Das Publikum kann sich im Raum frei bewegen und seinen Hörort selbst bestimmen.

///Links:
Joker Nies
hans w. koch
Matthias Neuenhofer

Mit freundlicher Unterstützung durch
l_skstiftung

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