Marisa Anderson & William Tyler play „Lost Futures“

Donnerstag / 20 h
31. August 2022

Heinz-Baum-Platz
(Poller Wiesen), Köln [google maps]
Eintritt: 12/10 EUR

Something Will Come. In der wunderbar wortlosen Gitarrenmusik von Marisa Anderson und William Tyler will sich partout keine Versenkung einstellen. Ihr gemeinsam im Pandemiejahr aufgenommenes Album „Lost Futures“ (Thrill Jockey, 2021) verströmt Klarheit und Unheimlichkeit. Auch wenn ihre minimalsymphonischen Werke in der amerikanischen Tradition kosmischer Transzendenz stehen, bleiben die Sinne schön kritisch gespannt. Hier geht es nicht um ländliche Idyllen, sondern um den desillusionierten Blick auf eine kaputte Landschaft. Der Titel bezieht sich auf die Schriften von Mark Fisher, der einmal bemerkte, wie aussichtslos der Versuch scheint, „to say something archaic in a situation where everything feels old.“ Es entstand in Portland, einer Stadt, die in der Zeit der Aufnahmen von ununterbrochenen Straßenkämpfen gegen systemischen Rassismus geprägt war, begleitet von noch nie dagewesenen Hitzerekorden. Köln, 2022. Ein sonntäglicher Besuch des Heinz-Baum-Platzes am Rand der Poller Wiesen. Hier werden Anderson und Tyler zum Ende dieses Sommers unter freiem Himmel spielen. Der Blick vom Dom, über den Rhein, zum Deutschlandfunkhochhaus. Auf der Wiese eine Gruppe Wildgänse. Früher, lese ich bei Bill Mollison, hielt man sich grasende Gänse am Haus, um sich vor Waldbränden zu schützen.

https://marisaanderson.bandcamp.com/album/lost-futures

reiheM wird veranstaltet von Mark e.V.